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Aufgaben

Der Vereinszweck ist nach den ursprünglichen Statuten die Erforschung der Geschichte und Altertümer Ermlands - der eigenständigen Kulturlandschaft des Hochstifts Ermland innerhalb Altpreußens und der Diözese Ermland in ihrem im Laufe der Geschichte mehrmals vergrößerten Umfang - seit 1929 stimmten die Diözesangrenzen mit denen der preußischen Provinz Ostpreußen überein.

Bei der Wiederbegründung des Vereins 1955 wurde der Arbeitsbereich auf die wissenschaftliche Erforschung der Kirchen- und Kulturgeschichte des gesamten alten Preußenlandes sowie Ost- und Westpreußens ausgedehnt. Er umfasst damit auch die altpreußischen Bistümer Kulm (mit Sitz in Kulmsee), Pomesanien (Marienwerder) und Samland (Königsberg) sowie das Archidiakonat Pommerellen der Diözese Wloclawek bzw. die neuzeitliche Diözese Kulm (mit Sitz in Pelplin) und die 1925 errichtete Diözese Danzig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Trennung vom Herkunftsgebiet das Aufgabenprofil und die praktische Arbeit des Vereins nachhaltig verändert. An die Stelle der Heimatgeschichte, die in der Zwischenkriegszeit und den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg Bedeutung erlangt hatte, trat nach und nach eine Geschichtsforschung, die sich den Zielen und Methoden der modernen Regionalgeschichtsforschung verpflichtet weiß. Die teilweise deutschtumsgeprägte Geschichtsauffassung seit der Jahrhundertwende ist einer von nationalen Engführungen freien Forschung über das Ermland und die altpreußischen Bistümer gewichen, deren Geschichte eng mit der Geschichte Polens und Litauens verflochten ist. Dementsprechend suchte der Verein - neben der traditionellen Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung und mit dem 1958 von Hans Schmauch mitbegründeten Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte - seit dem Copernicusjahr 1973 engeren Kontakt mit der polnischen Forschung.

Die politischen Veränderungen seit 1989/90 in Ostmitteleuropa erleichterten den freien wissenschaftlichen Diskurs und die Zusammenarbeit mit Historikern an den Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen in Polen und Litauen. Durch die Erforschung der Regionalgeschichte in internationaler und konfessionsübergreifender Zusammenarbeit ist der Historische Verein für Ermland bemüht, einen Beitrag dazu zu leisten, dass das historische und kulturelle Erbe dieser Region im Bewusstsein der Gesellschaften in Ost und West als ein Gestaltungselement beim Aufbau eines Europas der Regionen lebendig bleibt.

 

 

© 2003 Historischer Verein für Ermland e. V.